Audite Nova
Aktuell
4.05.2017

Das Glück der Begegnungen durch Musik

Weiterempfehlen
> per E-Mail senden

Ein Interview mit Nuria Rial

«Eine Energie, die mit nichts anderem vergleichbar ist», so beschreibt die Sopranistin auf authentische Weise ihren persönlichen Bezug zur Musik. Ihre sympathischen Antworten auf alltagsnahe Fragen berühren, weil sie verschiedene Begegnungsqualitäten der Musik subtil ansprechen. Inspirierend, lebensfroh leicht, tiefgründig mystisch – die verbindende Kraft der Musik ist ein Lebenselixier. Dieses Elixier ist es auch, das die Chormitglieder von Audite Nova Zug in ihrem Kern zusammenhält und begeistert sein lässt.

Nach der wunderbaren Zusammenarbeit mit Ihnen bei der Aufführung von Bachs Messe in h-Moll im September 2015 freuen wir uns sehr, dass wir im Juni dieses Jahres wieder mit Ihnen musizieren dürfen. Was motiviert Sie dazu, zusammen mit dem Chor Audite Nova Händels „Messiah“ zur Aufführung zu bringen?

Die h-moll Messe vor zwei Jahren ist mir in sehr schöner Erinnerung geblieben. Der Chor sang mit vollem Herzen und viel Begeisterung, und ich habe mich sehr wohl gefühlt unter der Leitung von Herrn Meister. Er hat uns alle sehr inspiriert und die Musik ganz schön gestaltet. Ich freue mich auch ganz besonders, meine Kollegen wieder zu treffen: mit Margot Oitzinger habe ich vor einigen Jahren eine Haydn Aufnahme gemacht; ich freue mich ganz besonders auf ihren Gesang. Auch Markus Volpert werde ich gerne wiedertreffen; mit ihm habe ich oft gesungen, und wir kennen uns schon lange, aus unserer Studienzeit in Basel.

Ihr Beruf als Sängerin fordert intensiv heraus. Welche persönliche Leitidee verfolgen Sie dabei?

Ja, wir müssen ständig reisen, immer ganz fit sein, wir müssen auf einiges verzichten, aber sehr oft muss ich mich daran erinnern, wieviel Glück ich habe, dass ich immer viel Musik um mich herum habe. Denn mir gibt die Musik eine Energie, die mit nichts anderem vergleichbar ist. Mein Wunsch wäre, mit der Musik so viele Menschen wie möglich zu bewegen, zu berühren.

Katalonien ist Ihre Heimat. Geben Sie uns doch bitte einen musikalischen Geheimtipp von zuhause.

Es gibt da einen Komponisten, den ich ganz besonders schätze: Bernat Vivancos (*1973 in Barcelona, http://bernatvivancos.com/, Anm. der Red.). Von ihm werde ich jetzt im Februar zwei Werke aufnehmen. Er hat einen sehr persönlichen, tiefgründigen, fast mystischen Stil.

In diesem Winter zeigt sich auch in den tiefen Lagen von Zug viel Nebel und düstere Stimmung. Wie vertreiben Sie die dunklen Seiten dieser Jahreszeit?

Wenn ich ganz ehrlich bin: es stimmt, dass ich mit dieser kalten und dunklen Jahreszeit meine Schwierigkeiten habe… aber ich denke, man kann die Wärme in sich tragen und sich freuen an den vielen anderen Seiten, die man in der Schweiz geniessen kann. Was gibt es denn Schöneres, als in herrlicher Natur einen silbern schimmernden See mit aufsteigendem Nebel zu betrachten und die Stille des Waldes in sich aufzunehmen. Ich geniesse meine Aufenthalte in der Schweiz immer sehr. Danach kehre ich aber auch gerne in meine Heimat in den Süden zurück.

Welches Anerkennungsgeschenk hat Sie am Ende Ihrer Konzerte bisher am meisten berührt?

Mich hat zum Beispiel oft berührt, dass es Menschen gibt, die immer wieder zu meinen Konzerten kommen, manchmal von sehr weit her. Es sind so schon oft schöne Freundschaften entstanden.

Beitragsbild: Photo von Mercè Rial

Programmheft – Messiah

Scroll To Top